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Partnerschaft

 

 

Seit 1968 hat Hinterzarten mit dem mittelalterlichen Städtchen Eguisheim/Elsass eine freundschaftliche Verbindung, einen 

"Pacte d' Amitié". Nunmehr wurde dieser Freundschaftspakt mit der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde zu einer offiziellen "Jumelage" erhoben.

 

 

Die feierliche Unterzeichnung der Urkunden durch die Bürgermeister Pierre Hussherr (Eguisheim) und Hansjörg Eckert (Hinterzarten) fand am 11. Juli 2004 in Hinterzarten und am 28. August 2005 in Eguisheim statt. Damit ist Hinterzarten neben Hautvillers (Champagne) die zweite Gemeinde, die eine Jumelage mit Eguisheim begründet hat. 1968 begründeten die damaligen Bürgermeister Leon Beyer (Eguisheim) und Berthold Ruch (Hinterzarten) den Freundschaftspakt.

 

Bürgermeister Pierre Hussherr (Eguisheim) und Hansjörg Eckert (Hinterzarten) vor der Tafel der Freundschaft an der Fassade des Hinterzartener Rathauses

 

Der Rhein hat längst alles Trennende verloren und ist zwischenzeitlich zum "Reißverschluss" zwischen Frankreich und Deutschland geworden. Die beiden Bürgermeister Pierre Hussherr und Hansjörg Eckert knüpften die Bande der Freundschaft noch enger.

 

 

Es gibt Treffen der Gemeinderäte, der Vereine, der Senioren und insbesondere auch der beiden Schulen. Es finden ständige Schüleraustausche diesseits und jenseits des Rheins statt.

Weihnachtsbaum für Eguisheim

 

 

 

Traditionell bringt jedes Jahr zu Beginn der Adventszeit eine Delegation aus Hinterzarten einen Weihnachtsbaum nach Eguisheim.

 

 

 

Gemäß der Devise des großen französischen Politikers Robert Schumann "Ein Europa, dem alle Europäer angehören" soll das Band der Freundschaft auch für die nächsten Generationen Verpflichtung sein, sich für die Erhaltung und Weiterentwicklung der gemeinsamen Werte und Achtung der Vielfalt der Kulturen und Traditionen und der nationalen Identität einzusetzen. Beiderseitiges Vertrauen soll die Grundlage des gemeinsamen Handelns zum Wohle aller Bürger und zum Nutzen 

beider Gemeinden, der Region und Völker sein.

 

 

Ortsbeschreibung von Eguisheim:

Von Weinbergen umgeben und an grünen Hügeln angelehnt ist Eguisheim eine mittelalterliche 

Ortschaft, deren Gassen die Architektur der liebevoll mit Blumen geschmückten Fachwerkhäuser bestens zur Geltung bringt. Diese Begeisterung für Blumenschmuck wird seit 1985 mit der höchsten Auszeichnung beim Grand Prix National du Fleurissement belohnt.

 

Als Geburtsort von Pabst Leo IX nimmt Eguisheim eine wichtige Stelle in der religiösen Geschichte des Elsass ein und hat sein reiches historisches Erbe bewahrt. Eguisheim, das ist die Harmonie zwischen den Gaumenfreuden und den erlesenen Weinen eines wunderbaren Weingebietes. Im Laufe des Jahres wechseln sich gesellige und kulturelle Höhepunkte ab: ein zauberhafter Weihnachtsmarkt, das traditionelle Weinfest am letzten Wochenende im August, Musikfestival, Weinlese usw...

 

Besucher, die nach Eguisheim kommen, schätzen den Reiz eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Im 4. Jahrhundert pflanzten die Römer in Eguisheim die ersten Reben. Seitdem entwickeln Generationen von Winzern ihr Können im Zeichen der Tradition. Die Qualität der Weine ist einmalig: Sylvaner, Pinot Blanc (Weissburgunder), Muscat (elsässer Muskateller), Riesling, Gewürztraminer, Tokay Pinot-Gris (Ruländer) und Pinot Noir (Blauburgunder) sowie Crémants d' Alsace bilden einen harmonischen Reigen. Die uralten Weinkeller kann man nicht nur besichtigen, sondern darin auch die Köstlichkeiten probieren.

 

Eguisheim liegt im Herzen des Elsass, 5 km südlich von Colmar, in der Nähe von Straßburg. Nur 80 km von Hinterzarten entfernt ist man spätestens in 2 Stunden bei den elsässischen Freunden.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: www.eguisheim.com

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HINTERZARTEN / EGUISHEIM, 04.06.2016. Einträchtig flatterten die deutsche Fahne und die französische Trikolore vor dem Kurhaus nebeneinander im Wind, schmückten Fähnchen in schwarz-rot-gold und bleu-blanc-rouge den großen Saal. Einen Tag lang feierten Franzosen und Deutsche, Bürger aus Eguisheim und Hinterzarten ein Fest der Begegnung. Gemeinsam war der Wunsch, die Freundschaft weiter zu pflegen und die engen Verbindungen noch zu vertiefen.

Einige Franzosen kamen mit Privatwagen, die meisten im Bus aus dem 80 Kilometer entfernt gelegenen Winzerort im Elsaß in den Hochschwarzwald. Zur Begrüßung gab es Honigschnäpsle. Auf der Freitreppe vor dem Kurhaus spielte die Trachtenkapelle auf.

"1968, 2004, 2014 – das sind einige der Meilensteine auf dem Weg von einer Freundschaft zu einer Partnerschaft," hieß Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch die Gäste willkommen. Ende der 1960er Jahre begründeten die damaligen Bürgermeister Léon Beyer und Berthold Ruch eine gastronomische Freundschaft, die 2004 in eine offizielle Jumelage mündete. 2014 fand auf dem "Place du Château St-Léon" im Herzen von Eguisheim die 10-Jahres-Feier statt. Annäherung, Aussöhnung und Verständigung seien einst die Beweggründe für die "Verschwisterung" über Grenzen hinweg gewesen. Tatsch hob den Schüleraustausch, die familiären Beziehungen und die Senioren-Treffen hervor: "1968 wurde die Saat gelegt. Das Pflänzchen hat sich unter Pierre Hussherr und Hansjörg Eckert prima entwickelt." Zu den Förderern zählte Tatsch auch Pierre Perathoner und Leon Bauer sowie die Familie Klaus Drubba und Konsul Heinz Braun. Tatsch bezeichnete kommunale Partnerschaften als "unverzichtbares Instrument für die Zusammenarbeit in Europa." Er wünsche sich, "dass wir Freunde für immer bleiben." Der gebürtige Elsässer, inzwischen deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz in Hinterzarten, Max Hoffner, diente als Dolmetscher.

Claude Centlivre sagte in Deutsch und Französisch "Danke – Merci". Die Partnerschaft lasse die Bevölkerung beider Kommunen zusammenrücken. Ruch und Beyer hätten vor 48 Jahre Geschichte geschrieben. Direkt an seinen Amtskollegen Tatsch gewandt meinte Centlivre: "Wir wollen diese Verbindung verstärken. Es lebe die Freundschaft zwischen Hinterzarten und Eguisheim." Maire Centlivre überreichte seinem Amtskollegen das Gemälde eines Künstlers aus Colmar. Es zeigt die Kirchtürme beider Partnerorte sowie einen kleinen Skispringer.

Die Trachtenkapelle unter Leitung von Gottfried Hummel unterhielt mit Märschen und Polkas. Höhepunkt war das "Hochbadner-Lied". Beim Mittagessen kam es zu vielen Gesprächen, hieß es immer wieder "Santé" und "Prost". Großes Interesse bei den Führungen fanden der Mathislehof sowie das Schwarzwälder Skimuseum. Zu den Führungen zählten die Georg-Thoma-Schule, der Kindergarten St. Josef, die evangelische Kirche sowie das katholische Gotteshaus und das Adler-Skistadion. Gut beschirmt genossen einige Teilnehmer auch eine Wanderung durch das Hochmoor. Im kleinen Kursaal zeigte Ehrenbürger und Olympiasieger Georg Thoma den Film "Ski erobern den Schwarzwald".

 

Am frühen Nachmittag gab es zu Kaffee oder Tee von den Landfrauen gebackene Kuchen und Torten. Die Kinder-Trachtentanzgruppe aus Breitnau erfreute unter Leitung von Christiane Tröscher mit gekonnten Darbietungen. Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen fünf und zehn Jahren ernteten viel Beifall.

Noch vor der herzlichen Verabschiedung wurden Pläne geschmiedet. Im Spätherbst besucht der "Club de l’age d’or" Hinterzarten. 2018 kann das 50-jährige Bestehen der Freundschaft gefeiert werden, nur ein Jahr später die offizielle Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden vor 15 Jahren.

 

Text: Dieter Maurer